Wer gut schläft, hat mehr vom Leben. Das ist unstrittig und braucht auch keine besonderen wissenschaftlichen Grundlagen.
Freilich wird es trotzdem oft in seiner Reichweite unterschätzt und so mancher Mensch ist tagsüber ständig müde, leidet vielleicht an schlecht heilenden Wunden oder ist oft gereizt und schnell überlastet. Dabei schläft er vielleicht seine 6 oder 7 Stunden und kann oft nicht verstehen, wieso der Schlaf überhaupt gestört sein soll. Auf einen gesunden Schlaf jedoch haben alle möglichen Faktoren einen immensen Einfluss: Medikamente, Drogen, Alkohol, Licht und vor allem Lärm können den Schlaf selbst während der tiefsten Phasen empfindlich stören, die wichtigen Prozesse zur Regeneration laufen dann langsamer oder zumindest weniger nachhaltig ab. Das macht sich mit der Zeit bemerkbar und kann zu ernsthaften Konsequenzen für Gesundheit und Wohlbefinden führen. Freilich, wer nicht einschlafen kann, vermag die dafür triftigen Gründe meistens schnell zu nennen: Grübeleien, Überreizung, Straßenkrach und sogar eine sogenannte Übermüdung selbst können jemanden am Einschlafen hindern. Vor allem aber gilt das Schnarchen als hochproblematisch.
Wohlgemerkt, nicht das eigene Schnarchen, das wird in der Regel kaum bemerkt. Vielmehr sind dies die knatternden, fiependen, ganz einfach schnarchenden, weil durch den Mund gezogenen Atemgeräusche, die so manchen Betroffenen beim Zuhören in ansonsten ruhiger Nacht um den Verstand bringen. An Einschlafen ist dann kaum noch zu denken, zumal Schnarchen kein gleichmäßiger Prozess wie das Surren einer Klimaanlage oder das Rauschen der entfernten Autobahn ist, sondern sich ständig in Tonlage und sogar Lautstärke ändert. Sich daran zu gewöhnen, ist beinahe unmöglich. Weltweit dürften sehr viele Menschen unter diesem Phänomen zu leiden haben, doch wird ihr Leiden zumeist gar nicht ernst genommen. Von den Schnarchern nicht, von der Gesellschaft erst recht nicht! Und auch die Gefahr des Schnarchens, Atemaussetzer zu provozieren, wird meistens unterschätzt und nur in Schlaflaboren reflektiert. Das ist zu wenig und sollte sich schleunigst ändern, wirkt sich das Schnarchen doch auf viele Bereiche im Alltag ungesund aus.
Was heißt Schnarchen?
Schnarchen bedeutet ein Flattern des im Schlaf entspannten Gaumensegels. Manchmal ist auch die Zunge beziehungsweise deren hinterer Teil, seltener der Rachen verantwortlich. Fast immer handelt es sich um eine Mundatmung, die des Nachts nur aufgrund einer Störung der Nasenatmung betrieben werden.
Dafür ist der Organismus verantwortlich, wehrt er sich doch nur gegen eine verminderte Sauerstoffzufuhr. Die normale Nasenatmung kann durch allerlei Ursachen behindert sein, eine genaue Diagnose beim Arzt bringt darüber Aufschluss. Immer jedoch ist das Schnarchen Ernst zu nehmen, eine Ignoranz des Phänomens kann zu schwerwiegenden Folgen führen.
So gelten ganz allgemein bestimmte genetische Faktoren wie die fehlerhafte Stellung der Nasenscheidewand als Auslöser für das Schnarchen, manchmal liegt dergleichen auch im Gaumen selbst vor. Ein simpler Schnupfen verhindert natürlich gleichfalls die gewöhnliche Nasenatmung, was sich freilich nach Abklingen der Erkältung wieder bessern sollte. Darüber hinaus ist vor allem Alkohol für das Schnarchen verantwortlich, nimmt er doch – wie gleichfalls viele Medikamente und Drogen – immensen Einfluss auf den Vorgang des Atmens.
Nicht selten tritt Übergewicht als Ursache auf, der Organismus hat dann schließlich viel mehr zu tun als gewöhnlich.
An sich ist das Schnarchen ungefährlich, stellt aber immer eine Behinderung der Atmung dar. Das ist natürlich nicht wünschenswert und kann in bestimmten Fällen sogar zur Ausbildung einer äußerst gefährlichen Schlafapnoe führen. Diese verläuft obstruktiv und ist immer mit nächtlichen Atemaussetzern verbunden. Welche Gefahren damit in Verbindung stehen, braucht nicht extra betont werden. Zunächst sind die Betroffenen oft schlapp und unausgeruht, später können Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes auftreten. Der Einfluss, den ein geruhsamer und gewöhnlich tiefer Schlaf auf die Gesundheit hat, wird immer mehr nachgewiesen. Schnarchen stellt eine Anomalie dar, die unbedingt untersucht werden sollte – auch wenn sie auf den ersten Blick nicht gefährlich erscheinen mag. Es kommt immer auf die Umstände an und nicht selten kann Schnarchen auch auf eine Erkrankung etwa der Luftwege hinweisen. Schließlich sind diese beim Schnarchen definitiv verengt und lassen den Sog der Atemluft nicht ungehindert durch.
Was sich gegen Schnarchen machen lässt
Da das Problem schon sehr lange besteht, haben sich Forscher, Mediziner und die Betroffenen selbst intensiv mit möglichen Maßnahmen beschäftigt. In früheren Zeiten wurde oft radikal der Mund der Schnarcher verschlossen, zum Beispiel mit sogenannten Schnarchbinden oder anderen elastischen Bändern, die eine Mundatmung schlicht und einfach unterbanden. Das gibt es auch heute noch, ist aber sicher eine etwas extreme Methode, die im Einzelfall sogar zu Luftnot, gerade im Schlaf, führen kann. Viel geeigneter erscheint da zum Beispiel das Lagetraining, das gleichfalls schon älter in seiner Anwendung, aber als durchaus sinnvoll in seinen Folgen zu bezeichnen ist.
Dabei werden Bälle oder irgendwelche kleinen Gegenstände in die Rückseite der Schlafsachen genäht, auch ein Kissen oder ein sogenannter Schnarchrucksack eignen sich. Da sich nun Barrieren auf dem Rücken befinden, eine Rückenlage demnach äußerst unbequem erscheint, sind die Schnarcher gezwungen, auf der Seite oder auf dem Bauch zu schlafen. Dadurch können sie viel besser, tiefer und ungestörter atmen, das Schnarchen verschwindet schließlich von ganz allein. Ein unbestritten wirksamer Langzeiteffekt stellt sich – aber nur in Fällen von leichtem Schnarchen! Extreme Schnarcher sägen in jeder Lage, bei ihnen hilft dann oftmals nur eine Operation oder der Einsatz spezieller Hilfsmittel. Dazu gehören etwa die sogenannte Schlafmaske oder die Vorhofplatte. Erste stellt zugegeben ein etwas monströses Gebilde dar, was viele Betroffene erst einmal abschrecken mag. Durch die Arbeit mit Überdruck stellte die Schlafmaske ständig das richtige Atmen sicher, die nächtlichen Aussetzer und sonstigen Anzeichen einer Schlafapnoe werden wirkungsvoll vermieden – dauerhaft. Wer sich dazu durchringt und die Maske ausprobiert, ist nach den ersten Einsätzen in der Regel begeistert, verspricht das Gerät doch oft nach vielen Jahren des Leids wieder den tiefen und erholsamen Schlaf.
Vorhofplatten hingegen, Kiefer- Protrusionsschienen oder Gaumenspangen und Schnarchschienen adressieren an bestimmte Schiefstellungen etwa des Kiefers, die nicht unbedingt operiert werden müssen. Die Zunge fällt dann nicht mehr zurück, die Vibration des Gaumensegels effektiv unterbunden. Luftröhre und damit Atmung selbst erhalten den nötigen Platz, um frei durchzuatmen, das Schnarchen ist dann kein Thema mehr.
Hilft das alles nichts, wird operiert. Dabei kann zum Beispiel der Unterkiefer gerichtet oder eine gekrümmte Nasenscheidewand begradigt werden. Das ist auch schon chirurgische Routine und wird relativ häufig durchgeführt. Andere Verfahren wie die Verödung des Gaumens oder der Einsatz von Implantaten wird zumeist nur in den USA durchgeführt, hierzulande ist das umstritten und gilt als zu große Gefährdung des Patienten. Freilich hilft denen oft nichts anderes mehr.
Und für alle anderen gilt: Die Atmung entlasten und einen gesunden Lebensstil pflegen! Auf Alkohol verzichten ist sinnvoll, auf Zigaretten auch. Wer an Übergewicht leidet, sollte ein wenig abnehmen, dann fällt das Luftholen in der Nacht und zugleich am Tag nicht mehr so schwer. Das Schnarchen verschwindet dann in der Regel von ganz allein.



